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Mittelalterlicher Klostermarkt

mit Templerlager in Rühn am 7. und 8. Mai 2011

Rühn (djwp): Das Kloster Rühn war dem Verfall preisgegeben. Nach 1991
Opfer von Spekulanten, dann 2004 ein, leider gescheiterter Versuch, die
Gebäude einer langfristigen Nutzung zuzuführen. Doch im Jahr 2008
entschied sich der ehrenamtlich arbeitende Klosterverein, das Ensemble
zu kaufen. Inzwischen sind sämtliche Dächer wieder dicht, die
Winterkirche als Teil des früheren Kreuzganges ist vollständig saniert,
das Gelände ist mit einer fast hundert Meter langen Natursteinmauer
eingegrenzt, der Klostergarten nimmt Gestalt an. Der Verein besitzt die
Nutzungsrechte an einer neuen Wort- Bildmarke „Kloster Rühn“, macht das
Kloster deutschlandweit bekannt und hat die Besucherzahlen in den
letzten Jahren mehr als verzehnfacht.

Das alles ist nur mit viel Engagement und natürlich Spenden möglich.
Und auch darum organisiert der Klosterverein am kommenden Wochenende
zum 6. Mal das mittelalterliche Klosterfest. Mehr als 6000 Besucher aus
ganz Norddeutschland kamen zum letzten Markt. „Wir hoffen, dass es in
diesem Jahr mindestens genauso viele werden, dann können wir weiter
bauen“, sagt Hans-Georg Harloff, Vorsitzender des Klostervereins Rühn
e.V. Denn alle Erlöse, die der Markt bringt, investiert der Verein in
die Sanierung des beeindruckenden Klosterensembles.

Fast 60 Händler und Handwerker aus ganz Deutschland werden in das
kleine Dorf Rühn bei Bützow kommen, ihr Können in traditionellen
Gewerken zeigen und ihre Produkte anbieten. Die Fläche des Marktes ist
in diesem Jahr doppelt so groß wie im Vergangenen. „Die Besucher
sollen mittelalterliches Handwerk erleben aber auch alltagstaugliche
Dinge kaufen können.“, so Organisator David Pilgrim, der wie ebenfalls
ehrenamtlich im Klosterverein aktiv ist. „Wie schon in den vergangenen
Jahren denken wir besonders an Familien“, so Pilgrim weiter.

Für Kinder gibt es Märchenerzähler und Spiele, ein Pedalkarussell, Bogenschießen,
sie können im Stroh herumtollen oder den Gauklern zusehen während die
Eltern den Markt erkunden. Zu sehen sind Gerber, Töpfer, Schmiede,
Steinmetze, Weber, Filzer, Goldschmiede, Löffelmacher, Schnitzer,
Drechsler und viele mehr. Mit dabei in diesem Jahr sind Vertreter des
Klosters Marienthal, die dort hergestellte Produkte anbieten und auch
das „Bibelzentrum Barth“ mit biblischen Pflanzen und Büchern.

„Wenn sie Küchenmesser, Scheren oder Besteck zu Hause haben, das mal
wieder einen Schliff vertragen könnte, bringen sie es einfach mit, wir
haben auch einen Scherenschleifer da.“, rät David Pilgrim den Gästen.
Die Besucher können auf dem Markt natürlich auch einkaufen: alternative
Mode gibt es genauso, wie Rosen, Kräuter und Stauden. Diverse Essige,
Öle und Senfe auch aus der Bio-Klostermanufaktur; Seifen, Schmuck,
Keramik, Honig und vieles mehr.

Es gibt Gegrilltes, Biogulasch, einen Bäcker, der Spezialitäten, wie
Ziegenkäse im selbstgebackenen Fladenbrot frisch zubereitet, eine
mittelalterliche Taverne, diverse Fischköstlichkeiten, Wildfleisch, Käse
und biologisch erzeugte Leckereien bis hin zu Bioeis und vegetarischen
Genüssen.

Für die passende Musik sorgt die Gruppe „Rabengesang“ aus Berlin und
Greifswald. Die Gruppe wird am Sonnabend, 7. 5. abends auf der Bühne im
Klosterhof ein mittelalterliches „Popkonzert“ geben.
Am Sonntag, dem 8. Mai beginnt der Klostermarkt um 10.00 Uhr mit einem
Festgottesdienst zum Thema der Jahreslosung „… überwinde das Böse durch
das Gute“ (Römer 12,31) mit anschließender Diskussion dazu.
Der Klosterverein bietet stündlich Führungen durch die gesamte
Klosteranlage an. Außerdem sind Kremserfahrten durch das „Kloster Rühn
Land“ geplant.

Damit der Klosterverein Rühn e.V. als Besitzer der Klosteranlage mit
der Sanierung der Gebäude fortfahren kann, erhebt er von den
Festbesuchern einen Wegezoll von 3 €. Kinder bis zum 12. Lebensjahr haben
freien Eintritt.



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31.03.2010

Neue Pächter für Klosterschänke und Klosterladen – Pachtvertrag für Ölmühle noch nicht unterschrieben

Der Klosterverein Rühn hat nach drei Monaten einen neuen Pächter für die Klosterschänke und den Klosterladen gefunden. Katharina Günther aus Güstrow unterschrieb den Pachtvertrag am Wochenende. Die 55jährige wird, gemeinsam mit ihrer Familie am 1. April sowohl den Klosterladen, als auch die Schänke wiedereröffnen. Regionale Produkte und gute Mecklenburger Küche. Sie will bescheiden starten, um Kundenwünsche abzuwarten und gut darauf reagieren zu können. Der Vorstand des Klostervereins hatte sich unter fünf Bewerbern für Familie Günther entschieden. „Eine langfristige Bindung ist uns sehr wichtig“, sagt Hans-Georg Harloff, der Vorsitzende des Klostervereins Rühn e.V. „Familie Günther kennen wir bereits von Klosterfesten, bei denen sie als gastronomischer Händler mit Ständen vertreten war. Sie kennen den Verein und unsere Ziele und wissen, wie wichtig eine gute und enge Zusammenarbeit ist.“, so Harloff weiter.

Für den Klosterverein sind aber auch die laufenden Pachteinnahmen extrem wichtig. Schließlich müssen laufende Kosten, wie Gebäudeversicherung, Grundsteuern und natürlich Mittel für die Sanierung des knapp 800 Jahre alten Klosterensembles regelmäßig aufgebracht werden. Auch die 2006 auf dem Klostergelände errichtete Öl- und Senfmühle soll in den nächsten Wochen wieder in Betrieb genommen werden. Konkrete Gespräche werden geführt – nur ein Pachtvertrag ist noch nicht unterschrieben.

Die Dachsanierung, die der Verein im vergangenen Jahr begonnen hatte, ist so gut wie abgeschlossen. Spätestens zum großen Klosterfest am 8. und 9. Mai soll alles fertig sein. In diesem Jahr hat der Verein noch viel vor: was Baugeschehen betrifft, sollen noch in diesem Jahr einfachste Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger und Radtouristen eingerichtet werden. Außerdem werden einige Sanitäreinrichtungen installiert, und das ehemalige Dormitorium renoviert. Schließlich wird hier schon im Juni ein Konzert der FESTSPIELE M-V stattfinden. Ein zweites Festpielkonzert dann in der Klosterkirche im August. Ebenfalls in der Klosterkirche gibt es am 4. Juli ein Konzert des DEUTSCHLANDFUNKS aus der Reihe GRUNDTON-D, den der Sender gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zur Rettung ostdeutscher Kulturdenkmäler als Benefizkonzert veranstaltet.



HINTERGRUND:

Der gemeinnützige Klosterverein Rühn e.V. ist seit fast zwei Jahren Eigentümer des alten Klosterensembles. Der Verein will die Gebäude retten und das kulturhistorische Erbe bewahren. Das ehemalige Zisterzienserinnen – Kloster in Rühn soll wie einst, wieder ein Leuchtturm der Region werden. In kultureller, touristischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

Angaben zum Bauwerk

Im Jahre 1232 gründete der Schweriner Bischof Brunward in Rühn das Zisterzienser Kloster. Zwischen 30 und 60 Nonnen wohnten, arbeiteten und beteten hier. Nach der Reformation wurde das Kloster von Herzog Ulrich von Schwerin-Güstrow seiner Frau geschenkt. Diese wandelte das Kloster in ein evangelisches Jungfrauenkloster um und gründete im Jahr 1581 die erste Mädchenschule Mecklenburgs. In diese Zeit fallen zahlreiche Um- und Ausbauten.

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ am Kloster Rühn umfangreiche Zerstörungen. Der Wiederaufbau erfolgte in der Amtszeit der Äbtissin Sophie Agnes, welche im ehemaligen Klostergarten einen Park mit Lindenallee errichten ließ. Mit der Übernahme des Klosters durch die Ortskrankenkasse Rostock im Jahr 1927 begannen noch einmal weitreichende Umbaumaßnahmen. Es war geplant, ein Sanatorium einzurichten, was jedoch nicht verwirklicht werden konnte. Der Reichsarbeitsdienst bezog die Gebäude des ehemaligen Klosters. Nach dem Krieg dienten die Gebäude als Unterbringung für Waisenkinder und Umsiedlerfamilien, ab 1950 als Jugendwerkhof. Mit der Auflösung des Jugendwerkhofs im Jahr 1991 fand sich bisher keine neue Nutzung.

Seit Mitte des Jahres 2008 ist der Klosterverein Rühn e.V. Besitzer des Klosters. Unter dessen Schirmherrschaft soll das Kloster in den nächsten Jahren denkmalgerecht saniert werden. Die Belebung des Klosters soll in Zukunft über den sanften Tourismus weiter forciert werden. Die Einrichtung von einfachen Übernachtungsmöglichkeiten im Wirtschaftsgebäude und in den Obergeschossen des Süd- und Ostflügels bilden dafür eine wichtige Grundlage. Die Räume in den Erdgeschossen sollen, nach derzeitigen Überlegungen, dem Handel und Gewerbe zur Verfügung gestellt werden, wobei der Kreuzgang in weiten Abschnitten in seine Ursprünglichkeit zurückgeführt und so erlebbar werden soll, dass Sonderführungen zum „Leben im Kloster“ durchgeführt und „Mitmachstationen“ eingerichtet werden können. Die jetzt vorhandenen Räume im Dachgeschoss des Süd- und Ostflügels sollen maximal noch für eine untergeordnete Nutzung zur Verfügung stehen.


Mit den Sanierungsarbeiten am Klosterdach und im Kloster wurde im September 2009 begonnen.
Weitere Informationen finden Sie hier.



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